Behandlungsmöglichkeiten der Hyperhidrose

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, das übermässige Schwitzen zu minimieren. Einige Behandlungsmethoden können miteinander kombiniert werden. Zu den innerlichen Therapieoptionen gehören Medikamente sowie auch die Naturheilkunde. Der grösste Teil der Verfahren bezieht sich auf die betroffene Stelle und wird mehr oder weniger als äusserliche Behandlung bezeichnet. Zur letzteren gehören: äusserliche Medikamente, Anwendungen von verschiedenen Geräten, Einspritzungen und operative Verfahren. Die Wirkungsmechanismen breiten sich von einfacher Entfernung der Schweissdrüsen, Verschliessen/Verstopfen der Schweisskanäle mit örtlichen Medikamenten bis zu Steuerung des vegetativen Nervensystems im Behandlungsareal aus. Der Arzt bemüht sich immer, die Methoden zu kombinieren, damit der Patient mit kleinstem Aufwand und Nebenwirkungsprofil die besten Ergebnisse erreichen kann.

Ratschläge für Patienten mit Hyperhidrose

Der Betroffenen sollte vor der Behandlung erst einmal versuchen auf einfache Art und Weise das übermässige Schwitzen zu reduzieren, gegebenenfalls ohne Operation. Dazu gehören z. B. der Verzicht auf Kaffee, Tee, Alkohol, auch wenn dies oft schwer machbar ist. Dies sind Genussmittel, die das Schwitzen besonders stark potenzieren. In der Regel bringt bereits dieser Verzicht innerhalb von 2 – 3 Wochen eine deutliche Reduktion des Schwitzens. Als weitere Hilfe kommt die Meidung heisser und scharfer Speisen und Getränke in Frage. Das Tragen von Körperkleidung aus Baumwolle bringt ebenfalls gewisse Vorteile mit sich. Insgesamt sollen luftdurchlässige Stoffe und Schuhwerk getragen werden.

Die Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen hilft bei der Minderung der Schweissproduktion. Ebenfalls bieten Hypnose sowie autogenes Training eine gute Unterstützung.

Ratschläge für Patienten mit Schweissfüssen

Bei Schweissfüssen steht die Geruchsbildung im Vordergrund. Durch eine intensive Fusshygiene kann man dieses Problem mindern.

Die unterstützende Behandlung der Schweissfüsse beinhaltet:

  • Fussbäder mit Gerbsäure, Eichenrindenextrakt, Kieselsäure
  • Vermehrte Reinigung und Baden der Füsse
  • Barfuss laufen
  • Zedernholz in Form von Einlagesohlen
  • Atmungsaktive Schuhe im Wechsel
  • Baumwollsocken
  • Fusspflege mit Abtragen von Hornschichten
  • Bei Bedarf Anwendung von antiseptischen (antibakteriellen) Creme


Äusserliche Behanldungsmethoden bei übermässigem Schwitzen

Zu den weit verbreiteten Mitteln beim übermässigen Schwitzen (Hyperhidrose) gehörten so genannten Antitranspirantien. Das sind chemische Stoffe, die bei Anwendung auf der Hautoberfläche die Schweissdrüsenausgänge verschliessen und somit den Schweisstransport nach aussen unterdrücken.

Aluminiumchlorid

Aluminiumchlorid (AlCl; AHC, AlCl, AlCl3; Aluminiumchlorid-Hexahydrat) macht den Hauptbestandteil von zahlreichen Deos aus. Dieser Stoff lässt sich in Wasser und Alkohol gut auflösen. Der Unterschied von üblichen Deos zu ärztlichen Rezepturen besteht in der Konzentration von Aluminumchloridhexahydrat. In den ärztlichen Rezepturen ist diese um ein Mehrfaches höher. Die Deos vom Arzt wirken daher wesentlich stärker, weisen aber dementsprechend auch das höhere Nebenwirkungspotenzial auf.

Aluminiumchlorid dringt beim Auftragen auf die Haut direkt in die Schweissdrüsenausführgänge ein und durch die Verbindung mit Keratin verschliesst es diese. Diese Behandlung ist nur für bestimmte Körperstellen geeignet wie z. B. für die Achselhöhlen und nicht für den ganzen Körper. Dermatologen haben verschiedene Rezepturen mit unterschiedlichen Konzentrationen des Aluminiumchlorids zur Verfügung. Meistens werden Konzentrationen von 20 % angewendet, diese sind rezeptpflichtig. Bei der Anwendung sollte vor allem auf die abendliche Auftragung von Antiperspirantien (Antischwitzmittel) geachtet werden. Die Lösung soll vor dem Schlafen dünn auf die schwitzenden Körperstellen (die Achselhöhlen) aufgetragen werden. Durch die reduzierte Schweissproduktion in der Nacht wird das Mittel nicht sofort ausgeschwitzt, sondern es besteht genügend Zeit, bis die volle Wirkung eintritt. Nach dem Wirkungseintritt empfiehlt sich die Anwendung 1 – 2 mal pro Woche zu wiederholen. Dadurch wird eine dauerhafte Reduktion der Schweissbildung mit gleichzeitiger Rückbildung der Schweissdrüsen bezweckt. Zu den Nebenwirkungen von Aluminiumchlorid-Lösung gehören: Irritationen, Rötungen, Hautentzündungen und Juckreiz. Weiterhin kann die Kleidungsfarbe an den Kontaktstellen verändert werden. Am Morgen empfiehlt es sich, die behandelten Hautareale abzuspülen und wie üblich zu pflegen. Die endgültigen Ergebnisse sind erstmals nach ca. 2 Monaten ersichtlich. Sollte die Wirkung nachlassen, ist eine Anwendungspause von ca. 1 – 2 Wochen einzulegen und anschliessend wieder von vorne zu beginnen.

Gerbstoffe, Eichenrindenauszüge

Zu den Naturstoffen, welche die Schweissbildung reduzieren gehören Gerbstoffe, z. B. aus Eichenrinde. Für den täglichen Gebrauch bei leicht ausgeprägtem, örtlich begrenztem Schwitzen werden heutzutage Medikamente mit synthetischen Gerbsäuren angeboten (Tannolact, Tannosynt). Sie werden in Form von Cremen und Konzentraten (für Bäder) angewendet.

Methenamin, Hexamethenylentetramin

Ein weiterer Stoff für die Behandlung des lokalisierten, übermässigen Schwitzens ist Hexamethylentetramin. Die Salben, welche Hexamethylentetramin oder Methenamin enthalten, soltlen 1 – 2 mal täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Durch den Kontakt von Schweiss mit dem Hexamethylentetramin entsteht Formaldehyd. Formaldehyd denaturiert Eiweissstoffe im Schweiss (Strukturveränderung des Eiweisses) und dadurch werden die Schweissdrüsenausgänge verklebt.

Glycopyrroniumbromid

Ein weiterer Stoff, der in 0,5- bis 3-prozentiger Konzentration als Deo-Roller in Apotheken erhältlich ist.

Systemische Therapie

Für die Behandlung des übermässigen Schwitzens eignen sich einige homöopathische Mittel, oder klassische Medikamente, welche allerdings eingenommen werden müssen. Das wird nach dem Zustand des Patienten und der Ausprägung der Beschwerden durch den Arzt festgelegt. Die schulmedizinischen Medikamente wie Beta-Blocker, Psychopharmaka und Anticholinergika wirken sehr gut, aber bringen die dazugehörigen Nebenwirkungen wie z. B. Mundtrockenheit, Müdigkeit, Blutdruckerniedrigungen, etc. mit sich.

Salvia officinalis (Salbei)

Salvia officinalis ist eine der bekanntesten Natursubstanzen gegen das Schwitzen. Es wird in Form von Tee oder Konzentraten (Arzneimittel) angewendet. Gartensalbei unterdrückt durch den Inhalt von ätherischen Ölen und anderen Wirkstoffen das vegetative Nervensystem. Die Wirkung ist nach 3 – 5 Tagen spürbar.

Naturheilkunde

Einige homöopathische Präparate weisen auch eine antihydrotische Wirkung (gegen Schweissbildung) auf.

Iontophorese

Seit 1968 wird die Leitungswasser-Iontophorese für die Behandlung des übermässigen Schwitzens an den Händen, Füssen und in den Achselhöhlen angewendet. Dadurch werden die Schweissdrüsen inaktiviert. Das Prinzip der Behandlung besteht darin, dass die schwachen elektrischen, ungefährlichen Ströme in speziellen Wasserbädern durch die Haut an den Handinnenflächen und den Fusssohlen geleitet werden. Die Ergebnisse sind nach ca. 12 Behandlungen deutlich sichtbar. Um den Erfolg zu befestigen, wird eine Erhaltungstherapie ca. 1 – 2 mal pro Woche notwendig. Es gibt spezielle Geräte für die Anwendung zu Hause, die auch von der Krankenkasse erstattet werden können.

Die Behandlung soll unbedingt kontinuierlich durchgeführt werden. Während der initialen Phase sollten Behandlungen etwa in gleichzeitigen Abständen mindestens drei mal pro Woche (Montag, Mittwoch, Freitag), optimal fünfmal pro Woche (Montag bis Freitag) durchgeführt werden. Nach dem Eintreten des Therapieerfolges schließt sich eine Erhaltungsbehandlung mit Therapiesitzungen von ca. ein mal pro Woche an. Bevor man mit der Behandlung beginnt, muss die Option der Erhaltung des zeitlichen Ablaufes der Therapie-Serien sichergestellt sein, da größere Therapiepausen den Behandlungserfolg vollständig neutralisieren können.

„Als Standardtherapie für die Hyperhidrosis palmoplantaris kennt man derzeit noch die konventionelle Behandlung mit kontinuierlichem Gleichstrom. Hiermit ist eine hohe Therapieeffektivität bei allen Ausprägungsgraden der Hyperphidrosis palmoplantaris gewährleistet. Nachteilig kann sich der höhere Grad an technischen Sicherheitsvorkehrungen am Gerät, der Stromschläge bei unsachgemäßer Behandlung (Weidezauneffekt) vermeiden soll, auswirken.“ (Zitat aus den Leitlinien der DDG)

Geringfügig weniger wirksam zeigt sich die Leitungswasser-Iontophorese mit gepulstem Gleichstrom. Vorteilhafter ist dabei die leichtere Handhabung des Gerätes und des Verfahrens. Die Stärke der Wirkung ist ausreichend für mittlere und meist auch für schwere Hyperhidrosis-Formen. Die Gleichstromtherapie ist allerdings deutlich bei extremen Formen der palmoplantaren Hyperhidrosis zu überlegen. Diesbezüglich existieren zur Zeit keine Vergleichsstudien. Jedoch ist nach Meinung der Spezialisten die Pulsstrommethode in der Wirkung mit der Gleichstrommethode vergleichbar und auf Grund der vereinfachten Handhabung ist die Behandlung mit gepulstem Strom vorzuziehen.

Bei der Behandlung von Kindern wird gepulster Strom angewendet. Das bringt ein reduziertes Sicherheitsrisikoprofil. Durch den niedrigeren Hautwiderstand bei Kindern ist der Pulsstrom komplett ausreichend.

Mit einer Leitungswasserstrom-Iontophorese lassen sich auch rezidivierende dyshidrosiforme Hand- und Fussekzeme, Sudeck-Syndrome, Neigung zu Gram-negativen Fußinfekten, Keratoma sulcatum und Fussmykosen deutlich lindern. Bei unsachgemäßer Handhabung der Therapiegeräte mit kontinuierlichem Gleichstrom kann beim plötzlichen Eintauchen oder Herausnehmen der behandelten Körperareale aus den stromdurchflossenen Wasserbädern ein leichter Stromschlag (Weidezauneffekt) auftreten.

Bei der Anwendung von kontinuierlichem Gleichstrom können Missempfindungen wie Kribbeln und Ziehen abhängig von der Stromstärke an den behandelten Hautarealen entstehen. Wenn die Stromstärke zu hoch eingestellt ist, führt es zu schmerzhaften Empfindungen in den Händen oder Füssen. Unmittelbar nach der Therapie können entlang der Wasserlinien der Haut kleine Bläschen oder Rötungen auftreten. Diese Probleme sind vorübergehend und harmlos.

Die Anwendung von der Leitungswasser-Iontophorese ist bei Träger von implantierten elektronischen Geräten wie Herzschrittmachern oder Hörgeräten untersagt. Da keine ausreichenden Erfahrungen bei schwangeren Frauen vorliegen, um eine gefahrlose Durchführung der Leitungswasser-Iontophorese zu gewährleisten, soll von dieser Behandlungsart während der Schwangerschaft abgesehen werden. Weiterhin zur den eingeschränkten Anwendungsmöglichkeiten gehören das Tragen von Metallimplantaten im Bereich des Stromflusses (Gefässstents, Kunstgelenke, Schrauben und Platten). Bei der Behandlung der Füsse sollten Trägerinnen von metallhaltigen Intrauterinen-Pessaren (Spiralen) ausgeschlossen werden. Hautverletzungen, Wunden, Errosionen oder Blasen, welche nicht mit Folie oder mit Vaseline abgedeckt werden können, stellen ebenfalls eine vorübergehende Kontraindikation dar.

Hocheffiziente Behandlung des übermässigen Schwitzens mit Botox

Die Behandlung von Hyperhidrose wurde mit der Entwicklung von Botox (Botulinumtoxin, Botox, Vistabel, Xeomin, Dysport) komplett revidiert. Das Botulinumtoxin stellt heute das sicherste und zuverlässigste Medikament zur Behandlung des lokalisierten Schwitzens dar.

Die Behandlung durch Botox besteht darin, dass das Botulinumtoxin in die Haut an die Schweissdrüsen gespritzt wird. Die Behandlung an den Handflächen und den Fusssohlen erfordert durch die erhöhte Schmerzempfindlichkeit an diesen Regionen eine örtliche Betäubung in Form von Vereisung oder Anwendung von Betäubungscremen. Bei den Patienten, die eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit aufweisen, kann zusätzlich eine örtliche Betäubung mittels einer Spritze angeboten werden. Die Zusatzversicherungen übernehmen in der Regel den grössten Teil der Kosten.

Behandlungsablauf

Vor der Behandlung der Hyperhidrose in den Achselhöhlen, Fusssohlen und Handflächen werden die Schweissdrüsen zuerst durch ein spezielles schmerzloses Testverfahren (Minor-Test) lokalisiert und markiert. Die markierten Regionen werden mit einer Betäubungscreme über eine kurze Zeit vorbehandelt. Anschliessend werden nach der Hautdesinfektion winzige Spritzen mit bestimmten Mengen von Botulinumtoxin A an den markierten Punkten platziert.

Bei der Behandlung an den Händen und an den Füssen wird eine örtliche Betäubung oder Vereisung durchgeführt, damit der Ablauf schmerzfrei bleibt.

Der Behandlungserfolg tritt bereits ab 2-3 Tag ein und dauert zwischen 4 bis 11 Monate, in einigen Fällen sogar bis 12 Monate. Die wiederholten Behandlungssitzungen verlängern in der Regel die Wirkungsdauer.

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören ein leichter Schmerz beim Spritzen sowie kleine Blutergüsse. Eine geringfügige Kraftverminderung in den Händen und Füssen kann vorkommen, wenn das Medikament in die Hand- und Fussmuskulatur übergeht. Dies ist allerdings nur bei schwerer körperlicher Arbeit oder beim Sport bemerkbar. Die Wirkung ist sehr zuverlässig und weitgehend nebenwirkungsfrei.

Behandlungsabrechnung

Das Botulinumtoxin-A ist ein modernes, äusserst gut wirksames Medikament bei der Behandlung des übermässigen Schwitzens. Botulinumtoxin-A ist ein wertvolles, aber sehr teueres Medikament. Daher kann die Behandlung mit dem BTX-A (Vistabel®, Botox®, Xeomin®, Dysport®) nur privat abgerechnet werden. Botox ist zur Hyperhidrose-Therapie als Medikament zugelassen. Die Kosten belaufen sich je nach Region und Verbrauchsmenge ab 750 CHF. Einige Zusatzversicherungen übernehmen einen grossen Teil der Kosten bei der Behandlung mit Botulinumtoxin-A bei der Hyperhidrose, sind dazu jedoch nicht verpflichtet.

Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten des übermässigen Schwitzens (Achselsaugkürettagen, Suktionskurettage, Schweissdrüsenabsaugung)

Bei Misserfolg der konservativen (ohne Operation) Behandlungsmöglichkeiten der Hyperhidrose kommen chirurgische Behandlungsarten in Frage.

Das Prinzip der Suktionskurettage basiert auf mechanischer Zerstörung und Entfernung der Schweissdrüsen in den Achselhöhlen, welche sich nach der Entwicklung von Tumeszenz-Anästhesie ermöglicht hat. Die Tumeszenzanästhesie wird vor allem bei der Fettabsaugung angewendet. Diese gehört zu den sichersten und modernsten Betäubungsarten in der ästhetischen Chirurgie und der Dermatologie. Es werden dabei hoch verdünnte spezielle Betäubungslösungen unter Druck mit speziellen Pumpen in das operative Gebiet infundiert.

Nach der Betäubung wird die Achselhöhle durch kleine Stichinzisionen mit speziellen scharfen Löffeln unter der Haut abgeschabt und anschliessend mit der Saugpumpe abgesaugt. Das entfernte Material besteht aus Betäubungslösung, Schweissdrüsen und Fettanteilen. Diese Operation ist technisch relativ unkompliziert und kann ambulant durchgeführt werden. Leider bleiben bei diesem Verfahren immer restliche Schweissdrüsen vorhanden, und dementsprechend kann kein 100%iger Erfolg erzielt werden. Ebenfalls können sich nach der Operation neue Schweissdrüsen bilden.

In wissenschaftlichen Studien, welche die Ergebnisse der Botox-Behandlungen und der operativen Absaugung der Schweissdrüsen verglichen haben, zeigten sich messbare Schweissreduktionen in den Achselhöhlen bei 92 % der Patienten, wobei jedoch nur 72 % dieser Patienten mit dem Ergebnis der Absaugung zufrieden waren. Bei 8 % der Patienten verstärkte sich das Schwitzen in den Achselhöhlen um mehr als 30 % im Vergleich zum ürsprünglichen Zustand. Weiterhin zeigen die Studien, dass 28 % der operativ behandelten Patienten innerhalb der ersten 6 Monate eine erneute Nachoperation benötigten, da sie mit dem Ergebnis unzufrieden waren. Insgesamt ist die Schweissdrüsenkurettage in den Achselhöhlen eine anerkannte Behandlungsmöglichkeit und dementsprechend eine Alternative zur Behandlung mit dem Botulinumtoxin. Es handelt sich um einen operativen Eingriff mit grossen Oberflächen und damit verbundenen Kurz- und Spätkomplikationen und Risiken, wobei die Botox-Behandlung im Gegenteil praktisch nebenwirkungsfrei ist. Zum anderen ist die chirurgische Behandlung kostenintensiver und muss bei Bedarf eventuell nach Jahren wiederholt werden.

Schweissdrüsenentfernung

In kurzer Vergangenheit, bevor die Schweissdrüsenabsaugung zur Verfügung stand, wurden die stark schwitzenden Hautpartien chirurgisch entfernt. Heute wird dies praktisch nicht mehr durchgeführt, da diese Operationen mit erheblichen Risiken verbunden sind. Zu den Komplikationen gehören Wundheilungsstörungen, Abstossen der Hauttransplantate und begleitende Infektionen.

Operative Nervenblockade

In diesem Fall handelt es sich um das Ausschalten des Nerves, welcher die Schweissdrüsen steuert. ETS - endoskopische transthorakale Sympathektomie oder ESB- endoskopische Sympathikusblockade gehören zu den modernsten Techniken der operativen Nerven-Unterbindung. Dieses Therapieverfahren wird in Fällen von übermässigem Schwitzen an den Händen und im Gesicht angewendet, bei denen alle anderen Behandlungs-Möglichkeiten keinen Erfolg brachten. Dabei kann man leider nicht das Ganzkörper-Schwitzen beeinflussen. Es werden kleine Hautschnitte gemacht und mit Endoskopen werden die Nerven, bzw. die Nervenknoten mittels dünner Nadeln zerstört. Bei der ESB wird mit dem Endoskop die Brusthöhle oder die Bauchhöhle durchgeschaut und der Schweissnerv aufgefunden und elektrisch blockiert, teilweise zerstört, durchgetrennt oder geclippt. Solche operative Eingriffe benötigen eine Vollnarkose. Zur den Risiken gehören Pneumothorax (Luft im Pleuralraum und die damit verbundene zusammengezogene Lunge), Horner-Syndrom sowie kompensatorisches Schwitzen an anderen Körperstellen. Obwohl die Erfolgsquote hoch ist, wird diese Operation, auf Grund der hohen Komplikationsrisiken, nur in bestimmten Einzelfällen durchgeführt.

Heute ist die Behandlung vom übermässigen Schwitzen sehr erfolgreich. Wenden Sie sich bitte bei Problemen an Ihren Hautarzt, der Sie bei dieser Problematik am besten beraten kann und Ihnen ein für Sie passendes Therapiekonzept anbieten wird.


Dr. (VAK Moskau) med. Vadym Volpov

Facharzt FMH Dermatologie & Venerologie, Phlebologie SGP,
ästhetische Chirurgie (A), Lasermedizin SGML