In der ästhetischen Dermatologie wird Botulinumtoxin Typ A (BTX-A) seit über 18 Jahren zur Korrektur mimisch bedingter Falten eingesetzt.

Die erste Publikation über die Anwendung von Botulinumtoxin in der kosmetischen Dermatologie wurde von den Begründern dieser Indikationen erstellt und erschien 1990 im Journal of Dermatology and Surgical Oncology. Jean Carruthers, Professorin für Ophthalmologie an der Universität von Vancouver in Kanada, nahm ab 1982 an den klinischen Versuchen über Strabismus (Schielen) teil, die von Dr. Alan Scott geleitet wurden. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, Alastair Carruthers, der zu diesem Zeitpunkt als Professor die Abteilung für Dermatochirurgie der Universität Vancouver leitete, führten sie den von der Patientin beschriebenen Effekt auf die Entspannung der mimischen Muskulatur zurück. Die Glabellaregion wurde nun systematisch behandelt, es folgten "Krähenfüße", Nasenfalten und die Kinnregion. Blitzer, Professor für HNO an der Universität von Columbia, beschrieb 1993 eine Anwendung in der Stirnregion und am Platysma.

Umfangreiche klinische Studien belegen inzwischen die Wirksamkeit von Botulinumtoxin Typ A in den einzelnen ästhetischen Anwendungen. Mit über 4.000 wissenschaftlichen medizinischen Publikationen zählt Botulinumtoxin heute zu einem der am umfassendsten erforschten Wirkstoffen.

Inzwischen zeigen auch ersten Ergebnisse mit einer neuen komplexprotein-freien Botulinumtoxin-Typ AFormulierung die Wirksamkeit in der kosmetischen Anwendung


Botulinumtoxin als Anti Aging-Behandlung - Wirkung, Risiken und Kosten

Botulinumtoxin ist ein Bakteriengift und zählt zu den Wunderwaffen der Anti Aging-Industrie. Vor einer Behandlung sollte man sich gut über die Risiken informieren.

Botulinumtoxin: Nervengift im Dienste der Anti Aging-Industrie

Botulinumtoxin ist ein Bakterieneiweiß des Bakteriums Clostridium botolinum, das schon lange in der Medizin eingesetzt wird, um verschiedene Nerven- und Muskelkrankheiten zu behandeln. Seine Karriere in der ästhetischen Medizin ist dagegen relativ jung und begann, als die kanadische Ärztin Jean Carruthers 1987 zufällig entdeckte, dass das Nervengift auch einen faltenreduzierenden Effekt besitzt. Mittlerweile ist Botox salonfähig und nicht mehr nur den Stars und Sternchen vorbehalten. Neue Anwendungsgebiete, wie zum Beispiel in der Therapie von Migräne und verstärkter Schweißbildung (Hyperhidrosis) sind hinzugekommen. 

Wie wirkt Botulinumtoxin?

Der Haupteffekt einer Botulinumtoxin-Injektion besteht darin, angespannte Muskeln zu entkrampfen und zu glätten. Falten im Gesicht haben verschiedene Ursachen, unter anderem entstehen sie durch die ständige Anspannung der Gesichtsmuskulatur, wodurch sich mit der Zeit die ungeliebten Krähenfüße und Zornes- oder Stirnfalten einprägen. Botox-Injektionen, die in die betroffenen Gebiete gespritzt werden, lähmen die Muskeln vorübergehend und machen das Runzeln der betroffenen Gesichtsregion unmöglich, wodurch die Mimik entspannter und freundlicher wirkt. Die Resultate sind erst nach zwei bis drei Tagen sichtbar, der "Bügeleisen"-Effekt hält etwa vier bis sieben Monate vor.

Welche Falten kann man mit Botulinumtoxin behandeln?

Botulinumtoxin ist nicht für alle Falten die optimale Behandlungsmethode. Trockenfältchen oder Falten, die beispielsweise auf die Lichtalterung der Haut (Sonneneinstrahlung) zurückgehen, sind mit anderen Methoden besser zu bekämpfen. Das Nervengift wird in erster Linie bei mimischen Falten eingesetzt, also bei Stirnfilten, Augenfalten (Krähenfüße), Zornesfalte und Mundwinkelfalten. Daneben ist auch ein Augenbrauenlift mit Botulinumtoxin möglich, Schlupflider können verbessert und Hamsterbäckchen gemildert werden.

Risiken einer Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin

Wichtig ist (wie bei allen plastischen und kosmetischen Eingriffen), dass der behandelnde Arzt sein Handwerk beherrscht. Das Bakteriengift muss in der richtigen Dosierung in die richtige Stelle injiziert werden. Bei fachgerechter Ausführung gilt die Botox-Faltenbehandlung als lokaler Eingriff mit geringen Risiken. Eine Narkose ist nicht nötig. Als mögliche (zeitlich begrenzte) Nebenwirkungen können Schwellungen und Blutergüsse an der Injektionsstelle auftreten, der Patient kann leichtes Unwohlsein und Müdigkeit, Gliederschmerzen und Mundtrockenheit verspüren. Ein temporäres Herabhängen des Oberlides oder der Augenbraue ist möglich, des Weiteren eine vorübergehende Sehstörung, Trockenheitsgefühl der Augen und Hautausschlag. Es kann auch zu allergischen Reaktionen kommen.


Für wen ist Botulinumtoxin nicht geeignet?

Sicherheitshalber sollte man in der Schwangerschaft und Stillzeit keine Botulinumtoxin -Behandlungen vornehmen. Bei Muskelerkrankungen und Blutgerinnungsstörungen ist ebenfalls abzuraten. Bei bestimmten Medikamenten kann es zu Wechselwirkungen kommen. Dazu gehören Aminoglykosid-Antibiotika, Muskelrelaxantien und Anaesthetika.


Kosten für eine Botulinumtoxin –Behandlung

Die Kosten für eine Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin sind abhängig von der Menge der benötigten Botulinumtoxin -Einheiten sowie den Behandlungs- und Materialkosten. In der Regel sind für die Zornesfalte 20 Botox-Einheiten notwendig, für Lachfalten etwa 16 Botox-Einheiten. Viele Ärzte berechnen pro Einheit 18-20 CHF. Zur groben Orientierung gilt, dass die Preise bei ca. 400 CHF beginnen und je nach Behandlungsumfang bis zu 1000 CHF anfallen können. Mittlerweile bieten einige Kliniken sogar sogenannte "Flatrates" an.

Haut in der Schwangerschaft

Durch die hormonelle Umstellung, vermehrte Wassereinlagerungen und ein erhöhtes Blutvolumen erscheint die Haut der meisten Schwangeren straffer und rosiger, Fältchen verschwinden fast vollkommen. Auch die Nägel strotzen vor Gesundheit und sind widerstandsfähiger.

Die Beschaffenheit der Haut ist jedoch auch bei Schwangeren sehr unterschiedlich. Bei manchen Frauen wird die Haut in der Schwangerschaft trockener, bei anderen fettiger. Bei einigen verschwindet Akne, bei anderen bilden sich vermehrt Pickel und Mitesser. Neurodermitis kann sich während der Schwangerschaft verschlimmern. Wichtig ist deshalb, dass Sie Ihre Pflegeprodukte dem neuen Hauttyp anpassen. Eine Kosmetikerin kann Sie beraten, welche Produkte die richtigen für Sie sind.

Ihre alten Cremes und Lotions brauchen Sie aber auf keinen Fall wegzuwerfen: Schon kurze Zeit nach der Entbindung normalisiert sich Ihre Haut wieder.

Mit ein paar Tricks unterstützen Sie Ihre Haut während der Schwangerschaft optimal und beugen Hautunreinheiten und Juckreiz vor:

  • Tragen Sie bequeme Kleidung.
  • Ernähren Sie sich fettarm.
  • Trinken Sie viel (mindestens 2,5 Liter).
  • Verwenden Sie Seifen, die nicht austrocknen.
  • Verwenden Sie reichhaltige Körperlotions, Cremes oder Körperöle.
  • Trinken Sie Pfefferminz- und Schafgarbentee (Achtung: Pfefferminztee kann kurz vor der Geburt die Milchbildung hemmen).


Pigmentierung

Die meisten Schwangeren bemerken eine verstärkte Pigmentierung, besonders an Brustwarzen, Oberschenkeln, Achselhöhlen und im Gesicht (Mutterflecken oder auch Chloasma). Leberflecken und Sommersprossen erscheinen dunkler und am Bauch kann sich, besonders zum Ende der Schwangerschaft hin, eine dunkle Linie bilden, die Linea nigra, die zwischen Bauchnabel und Schamhaaren verläuft.

Die Pigmentierungen verblassen nach der Geburt wieder und stellen kein gesundheitliches Risiko für Mutter und Kind dar!

Juckreiz

Besonders in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kann es zu vermehrtem Juckreiz kommen. Dieser ist hormonell bedingt und wird durch die zunehmende Dehnung der Haut verstärkt. Die erhöhte Schweißbildung reizt die Haut zusätzlich. Selten ist der Juckreiz ein Zeichen für eine Leberstörung: Wenn der Juckreiz anhält, zunehmend stärker wird und entwickeln sich Entzündungen auf der Haut entwickeln, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme sprechen.

UV-Strahlung

Während der Schwangerschaft ist Ihre Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung. Es kann zu Hautreizungen und übermäßigen Pigmentflecken kommen oder Sie entwickeln eine Sonnenallergie. UV-Strahlung unterstützt außerdem vermutlich den Abbau von Folsäure, die gerade in den ersten Schwangerschaftswochen besonders wichtig für das Ungeborene ist.

Ein kleines Sonnenbad schadet Ihnen nicht, im Gegenteil, Sonne ist gesund und Sie sollen sich nicht im Dunkeln verstecken.

Verzichten Sie aber auf ausgedehnte Sonnenbäder, besonders zur Mittagszeit, und sehen Sie während der Schwangerschaft von Besuchen im Solarium ab!

Kosmetika

Sie können auch in der Schwangerschaft bedenkenlos Kosmetika verwenden. Auch Nagellack ist unbedenklich, allerdings sollten Sie beim Lackieren der Nägel und besonders, wenn Sie Nagellackentferner verwenden, für ausreichend Belüftung sorgen, damit Sie möglichst wenig der giftigen Dämpfe einatmen.


Dr. (VAK Moskau) med. Vadym Volpov

Facharzt FMH Dermatologie & Venerologie, Phlebologie SGP,
ästhetische Chirurgie (A), Lasermedizin SGML