Die Behandlung von Falten im Gesicht mit Hilfe von Filler aus Kollagen, Hyaluronsäure, Eigenfett, Restylane oder Plasmagel setzt eine mehrjährige Erfahrung des Arztes voraus. Was für eine Art der Faltenunterspritzung richtig und notwendig ist, welche Produkte für welche Indikationen benutzt werden und vor allem welche Erfolge zu erwarten sind, bekommen Sie in den nachfolgenden Seiten erklärt. Ebenfalls werden die Nebenwirkungen ausführlich dargestellt.

In unseren Zentren in Zürich und Feuerthalen bieten wir unterschiedliche Möglichkeiten des Volumenaufbaus, der Faltenentfernung, der Lippenformung (Lippenverschönerung), der Lippenkorrektur, Remodellierung der Lippenkontur, Auffüllen von verschiedenen Defekten, Peeling, Laser, Botox und vieles mehr an.

Für jede Faltenart gibt es gute und passende Behandlungsmöglichkeiten. Ob es sich um Glabellafalten, Nasolabialfalten, Stirnfalten, Nasenfalten, Krähenfüsse, Unterkieferfalten, Mundwinkelfalten oder Tränensäcke handelt. Auf der ganzen Welt beobachtet man eine konstante Steigerung der Nachfrage nach risikoarmen und schonenden Methoden der Hautverjüngung und Hautverschönerung. Zur einen der sichersten und erproptesten Methoden gehört die Anwendung von so genannten „dermalen Fillern“. In den europäischen Ländern spricht man von einer jährlichen Steigerung der Nachfrage nach „Faltenspritzen“ um 20 %. Dermale Filler werden eingesetzt zur Volumenformung und Gesichtskonturierung, weiterhin zur Faltenbehandlung und zur Lippenverschönerung. Diese Füllmethoden werden oft als Kollagenspritzen oder Faltenspritzen bezeichnet.

Welche Substanzen werden für die Faltenunterspritzung und Lippenbehandlung eingesetzt

Seit vielen Jahren gehört die Faltenunterspritzung zu den populärsten Techniken in der Schönheitsmedizin. Für die Glättung der Gesichtsfalten, die Halsstraffung, Lippenformung, zur Wangenauffüllung, für die Stirnfalten, Glabellafalten, Augenringen sowie für die Verjüngung der Handrücken wenden wir diverse Implantate an.

Es gibt biologische Substanzen, die man in die Haut, Narben oder Lippen injiziert, um einen Defekt oder eine Falte auszugleichen, auszufüllen oder neu zu formen. Diese werden bezeichnet als „Bioimplantate“. „Bio“ bedeutet in diesem Fall eine reine, natürliche oder naturähnliche Substanz. Im Gegensatz dazu existieren vollsynthetische Materialien wie Goretex, Silikon. Diese haben ihre eigene spezielle Stelle und Anwendung.

Auf den folgenden Seiten handelt es sich hauptsächlich um die Faltenbehandlung, Lippenformung, Auffüllen von Narben oder Wangen.

Da es sich bei den Füllmaterialien für die Faltenbehandlung nicht um Medikamente, sondern um „Medizinprodukte“ handelt, ist eine CE-Zertifizierung unproblematisch zu bekommen. Das bedeutet, dass die Vorschriften und Anforderungen für die Medikamente in diesem Fall nicht erfüllt werden müssen. Diese gesetzliche Grauzone nutzen viele Nichtärzte aus, um mit dermalen Fillern zu arbeiten.

Zulassungssituation der dermalen Fillern in den USA und in Europa

Nur ca. 10 verschiedene Hyaluronsäuren und Kollagenpräparate sind in den USA für ästhetische Anwendungen zugelassen. Im Gegensatz dazu, scheint die Situation in Europa komplett anders zu sein. Etwa 50 unterschiedliche Anbieter bieten ca. 150 verschiedene Filler-Produkte an. Diese Situation ändert sich sehr rasant. Dadurch, dass die Grundsubstanzen sehr billig zu produzieren sind, wächst die Zahl der vermarkteten Produkte ständig. Die Gewinnmargen der Hersteller sind dementsprechend hoch. Ergänzt wird diese Zahl durch Methoden und Techniken der Behandlung mit nicht industriell produzierten Füllsubstanzen wie Eigenfett, Eigenkollagen und Plasmagel.

Wo geht die Entwicklung der dermalen Fillern hin

Zunehmend werden Substanzen angewendet, die durch gentechnische Methoden produziert werden. Im Gegenteil dazu verlieren die Produkte aus der tierischen Hyaluronäsure oder Kollagen an Aktualität. Zunehmend zeigt sich ein Interesse im Bereich der dermatologischen Techniken für die Herstellung von Fillern aus eigenem Blut, Fett oder Kollagen des Patienten. Es reduziert die möglichen Allergie- und Unverträglichkeits- Risiken.

Zur zweiten Entwicklungsrichtung gehört die Verlängerung der Haltbarkeit und dementsprechend des sichtbaren Ergebnisses. Die unvernetzten Hyaluronsäure-Filler finden immer mehr Anwendung in der Mesotherapie. Dies ermöglicht eine grossflächige Hautverjüngung.

Filler-Arten

Die Filler werden nach unterschiedlichen Klassifikationen eingeteilt

  • Inhaltsstoffe (Hyaluronsäure, Kollagen, Polymilchsäure, Eigenfett, Plasma)
  • Dauerhaftigkeit des ästhetischen Effektes, Haltbarkeit
  • Körpereigenmaterial, synthetisch, biologischBiologisch abbaubar, biologisch nicht abbaubar (resorbierbar und nicht resorbierbar)

Hyaluronsäuren und Kollagene gehören zu den biologisch abbaubaren (resorbierbaren) Fillersubstanzen. Es sind unterschiedlich bearbeitete, vernetzte oder unvernetzte Hyaluronsäuren und Kollagene. Diese werden aus Hyaluronsäuren und Kollagenen tierischen Ursprunges (Kühe, Menschen, Bakterien, Schweine, Hühner usw.) hergestellt. Sie werden nach der Behandlung durch körpereigene Enzyme innerhalb von 3 – 50 Wochen abgebaut.

Als interessante Substanz präsentierten sich Biopolymeren aus Algen der Firma Merz. Diese Filler erschienen kurzfristig auf dem EU-Markt. Letztendlich wurde die Zulassung rasch wieder storniert. Alle biologisch nicht abbaubaren (nicht resorbierbaren) Substanzen haben einen synthetischen Grund. Sie bleiben permanent im Körper, auf jeden Fall länger als zwei Jahre. Dazu gehören Polymethylmethacrylat (PMMA), Polyacrylamid-Gel (PAAG), Siliconprodukten (z.B. Polydimethylsiloxane-Öl LIS).

Die dritte Gruppe sind halbresorbierbare (semipermanente) Filler. Diese bleiben durchschnittlich 18 Monate in der Haut oder unter der Haut. Es handelt sich um Zubereitungen aus diversen Substanzen. Dazu zählen Sephadex (DEAE),Chitosan, Poly-L-Milchsäure (PLLA), Hydroxyethyl-Metacrylat (HEMA), Polyvinylalkohol (PVA), Calciumhydroxylapatit (CaHA) menschliche Fibroblasten. Diese Filler bezeichnet man als Fremdsubstanzen. Dazu gehören auch das menschliche Kollagen und industriell hergestellte menschliche Fibroblasten. Zu den körpereigenen Fillern gehören natürlich das Eigenfett und Filler aus zentrifugiertem, eigenem Blut.

Wirkungsmechanismus von dermalen Fillern

Das genaue Wirkungsprinzip der verschiedenen dermalen Filler ist bis heute noch nicht genau erforscht. Eine Volumenzunahme ist allerdings sofort nach der Injektion eindeutig sichtbar. Diese Volumenzunahme entsteht direkt durch den Filler. Ein Füllermaterial, abhängig von der Art der Substanz, setzt eine Beherrschung der zu diesem Material passenden Injektionstechnik voraus. Die Ergebnisse nach der Injektion, langfristig oder kurzfristig, können sehr unterschiedlich ausfallen. Es kommt darauf an, ob der Filler in die Unterhaut, Mittelhaut oder Oberhaut gespritzt wurde oder sogar unter den Muskel, bei der tiefen Augmentation. Der Filler kann auch gleichzeitig in verschiedene Hautebenen gespritzt werden. Ebenfalls kann man fächerförmige Injektionen durchführen oder geschichtete, strangförmige oder tropfenförmige Applikationen setzen.

Man darf nicht vergessen, dass es nach der sofortigen Volumenvermehrung in der behandelten Region auch zu einer Anregung von biologischen Prozessen kommt. Dabei spielen die Art des Fillers sowie der mechanische Reiz durch die Injektion die grösste Rolle. Unter anderem wird sowohl die Kollagen- und Fibroblastenbildung stimuliert als auch das Gewebewachstum. Bei Eigenfettanwendungen führt es sogar zu einer Stimulation des Wachstums der eigenen Fettstammzellen in den behandelten Regionen. Damit kann ein langfristiges ästhetisches Ergebnis erreicht werden.

Wirkstoffsubstanzen von dermalen Fillern

Im weiteren Verlauf erfahren Sie mehr über die wichtigsten Fillerstoffe und deren Vor- und Nachteile

Hyaluronsäure

Die Hyaluronsäure gehört zu den häufigsten Materialien bei der Faltenunterspritzung und dem Volumenaufbau (Augmentation). Es ist ein natürlicher Stoff, welcher praktisch in allen tierischen und menschlichen Körpern vorkommt. Der Mensch enthält ca. 20 g Hyaluronsäure. Ca. 50 % davon befindet sich in der Haut. Die Hyaluronsäure besteht hauptsächlich aus Polysacchariden. Das Wort „Säure“ hat hier nur eine reine chemische Bedeutung, und hat nichts mit einer ätzenden Wirkung gemeinsam. Die Hyaluronsäure wird praktisch in gleicher Form bei Menschen, Bakterien und Tieren gefunden. Hauptsächlich kommt diese Substanz im menschlichen Körper in der Haut, den Gelenken, Augen und in den Muskeln vor. Sie befindet sich nicht direkt im Interzellulären Raum und bildet eine so genannte extrazelluläre Matrix. Zu ihren Hauptfunktionen gehört die Einbindung von Wasser im Interzellulärraum. Dies führt zu einem Quellen der Haut, woraufhin diese praller, faltenarmer und auch straffer aussieht. Zu den weiteren Funktionen der Hyaluronsäure gehören die Hemmung der Entzündungsreaktionen, die Kontrolle der Durchlässigkeit von Zellen, die Beschleunigung der Wundheilung, weiterhin dient sie als Schmiermittel in den Gelenken.

In verschiedenen Werbespots und Zeitschriften werden oft hyaluronsäurehaltige Cremen mit „Antifalten-Wirkung“ angepriesen. Nach dem Aufragen solcher Cremen kommt ein Teil der Hyaluronsäure in die ganz oberflächlichen Hautschichten und bindet dort Wasser. Dadurch erscheint die Haut für wenige Stunden danach tatsächlich etwas straffer und glatter. Diese Wirkung kann man aber auf keinen Fall vergleichen mit einer injizierten und speziell dafür präparierte Hyaluronsäure.

Für die Injektionen präparierte Hyaluronsäure wird hauptsächlich gentechnisch hergestellt, jedoch nach wie vor auch aus den roten Kämmen von Hähnen gewonnen. Heutzutage wird die Hyaluronsäure technisch so verändert, dass man unterschiedliche Ergebnisse nach der Augmentation (Unterspritzung) erzielen kann.

Insgesamt haben die Hyaluronsäure-Moleküle sehr geringe allergologische Potenziale, resp. sind sehr gut verträglich. Die allergologischen Potenziale der Hyaluronsäure sind deutlich geringer als bei Kollagenen. Um die Wirkungsdauer der Hyaluronsäure bzw. die Lebensdauer der Moleküle in der Haut zu verlängern, werden die Molekülketten industriell miteinander vernetzt (Cross-Linking). Zu den meist bekannten hyaluronsäurehaltigen Hautimplantaten gehören: Surgiderm, Restylane, Juvederm, Belotero, Perlane, Macrolane, Viscontur, Hyaluform, Hyal-System, Ac-Hyal, Matridur, Matridex, Reviderm intra, Rofilan, Hyaluderm. Es gibt eine Reihe weiterer Substanzen, die nur teilresorbierbar sind: Sculptra, Hyaldex, Profill, New Fill, Bioinblue, Fascian, Fibrel, Plasmagel und eigenes Fett.

Kollagen

Kollagen gehört zu den bekanntesten Präparaten für die Augmentation der Haut. Es ist ein natürlicher Bestandteil der Haut. Leider verliert die Haut mit zunehmendem Alter, Sonneneinwirkung und Rauchen an Kollagen. Dadurch beobachtet man immer wieder die Entstehung der Gesichtsfalten und die Haut wird immer dünner. Kollagenhaltige Implantate werden hauptsächlich aus der Haut speziell gezüchteter Rinder gewonnen. Bis vor kurzem war ebenfalls ein gut verträgliches Schweinekollagen auf dem Markt erhältlich. Das gewonnene Kollagen wird speziell aufbereitet (gewaschen), damit Unverträglichkeitsreaktionen und unerwünschte Stoffe vermieden werden können. Kollagenhaltige Implantate bilden eine Stütze in der Haut, bleiben aber nicht dauerhaft nachweisbar. Seit kurzem verwenden wir keine kollagenhaltigen Substanzen mehr. Früher haben wir folgende Substanzen angewendet: Evolence, Evolence Breeze, Zyplast, Zyderm. Zu den weiteren bekannten Kollagenimplantaten gehören: Cosmoderm, Cosmoplast, Dermalogen, Isolagen, Autologen, Dermicol, Fibroquel, Atellokollagen, Koken, Resoplast, Cymetra.

Sculptra, New Fill

In diesem Fall handelt es sich praktisch um das selbe Produkt. Es ist eine Zuckerart, die sich völlig von den Kollagenen und der Hyaluronsäure unterscheidet. Aus diesem Zucker wird Polymilchsäure-Hydrogel hergestellt. Die Implantation von dieser Substanz wurde hauptsächlich für die grösseren und tieferen Falten sowie bei eingefallenen Wangen angewendet. Zuerst wurde diese Substanz als New Fill verkauft. Allerdings sind des Öfteren Unverträglichkeiten aufgetreten wie Entzündungen und Granulome, so dass New Fill vom Markt genommen werden musste. Etwas später wurde die Polymilchsäure als Sculptra wieder in den Markt eingeführt. Dies jedoch mit neuen Verdünnungs- und Anwendungsregeln. Diese Substanz hat auf Grund ihrer molekulären Struktur sehr gute Volumeneffekte und zeigt eine lang anhaltende Wirkung im Vergleich zu den Kollagenen oder der Hyaluronsäure. Bei vorliegendem erhöhtem Nebenwirkungsprofil verwenden wir diese Substanz jedoch in unseren Zentren nicht.

Novabel

Im 2008 brachte die Firma Merz Novabel auf den Markt. Es handelt sich um ein kohäsives, viskoelastisches Gel. Dieses wurde aus Algen gewonnen und hergestellt und hat alle Eigenschaften eines natürlichen Produktes. Novabel besteht aus L-Guluronsäure und D-Mannuronsäruemolekülen, die in Spährenstruktur (das sind ca. 150 ym grosse Kügelchen, die in Ketten und einer 3-dimensionalen Matrix (HOM homogenous orbital matrix) angeordnet sind. Als Besonderheit zeichnet diese Substanz damit aus, dass sie wasserdünn ist und daher eine besondere Unterspritzungstechnik sowie eine geübte Hand erfordert. In der Schweiz wurde dieses Produkt nicht zugelassen. Mitte 2010 wurde der Vertrieb von Novabel durch die Firma gestoppt. Es zeigten sich gehäuft Granulombildungen (Knötchenbildungen).

Eigenfett

zur Faltenunterspritzung kennt keine Allergie- oder Unverträglichkeitsgefahr - allerdings ist die Anwendung aufwendiger und teuerer. Man muss aber sagen, dass die Qualität des Ergebnisses abhängig ist von der Anzahl der Fettstammzellen, die bei der Anwendung transplantiert wurden. Je mehr Stammzellen transportiert wurden, desto besser ist der anhaltende Effekt.

Plasmagel

wird aus dem Blutserum des Patienten hergestellt; seine Haltbarkeit entspricht etwa derjenigen der Hyaluronsäure.

Permanente (dauerhafte) Implantate

Darunter versteht man Implantate, die permanent in der Haut oder unter der Haut bleiben. Deren Einsatz ist nicht unkritisch und sie werden daher eingeschränkt angewendet. Dazu gehören z. B.

  • Derma-Live , DermaDeep: hyaluronsäureumhüllte Acylpartikeln; geeignet zur tiefen Injektion in Wangen oder sehr tiefe Falten
  • Aquamid: permanentes Polyacrylamid-Gel
  • Artecoll: Acrylattepartikel
  • Silikon- Spritzen: Deutlich gefährlicher bei Injektion in die Haut im Vergleich zu Brust-Implantaten
  • PMS 350 Bioplastique: silikonähnlichen Polydimethylsiloxan-Partikel in einem Hydrogel aus Polyvinylpyrrolidon
  • Goldfäden, Goretex-Fäden, Softform: werden nur sehr selten und in besonderen Fällen eingesetzt (erhöhtes Nebenwirkungsprofil).

Alloderm, Tutoplast, Fil dòr, Advanta, Aptos - Fäden, Medpore. Qutline, Aquamid, MetaCrill, Bio-Alcamid, Evolution, Arteplast, Biocell: alle diese Materialien werden von uns ebenfalls auf Grund ihres erhöhten Nebenwirkungsprofil nicht eingesetzt.
Unmittelbar nach der Injektion, aber auch noch lange Zeit danach können bei solchen Mitteln Allergien auftreten. Solche allergischen Entzündungen, Geschwüre, Knötchen (Granulome) lassen sich meistens nur noch operativ entfernen; das ästhetische Ergebnis ist äusserst unbefriedigend.

Resorbierbare (abbaubare) Filler aus Hyaluronsäure, die wir verwenden

Bei der Faltenuntersprizung in Europa werden hauptsächlich Dermalfiller auf Basis von Hyaluronsäure verwendet. Bei diesen ist die Gefahr der Granuombildungen (Knötchenbildungen) oder Fremdkörperreaktionen und allergischen Reaktionen sehr gering. Auf dem Markt gibt es unzählige Mengen von dermalen Fillern auf Hyaluronsäurebasis. Diese sind aber nicht alle gleich. Sie unterscheiden sich durch:

  • Konzentration der Hyalronsäure
  • Partikelgrösse
  • Herkunft der Hyalronsäure
  • Stabilität
  • Quervernetzung
  • Konsistenz
  • Viskosität
  • Nebenwirkungsrisiko
  • Art und Anzahl der Zusatzstoffe
  • Wirkungsdauer
  • Injektionstechnik
  • Anwendungstechnik incl. Injektionstiefe

Die ersten Hyaluronsäurefiller, die 1996 in Europa auf den Markt kamen wiesen damals eine Haltbarkeit von 3 – 4 Monaten auf. Dies hatte für die Patienten zu bedeuten, dass die Wirkung nach 3 – 4 Monaten komplett nachgelassen hat.

Die neuen Technologien haben ernmöglicht, die Hyaluronsäuremoleküle miteinander zu vernetzen. So entstanden zweiphasige Filler, die aus zwei Antelen bestehen: aus einem mit hochvernetzter Hyaluronsäure und einem unvernetzten Hyaluronsäureanteil. Der vernetzte Anteil wird dabei im unvernetzten Anteil aufgelöst. Das verlängert die Langzeitwirkung enorm. Solche Filler stellen eine geleartige Substanz dar. So konnte man bessere Injektionsmöglichkeiten und ein besseres Flussverhalten der zweiphasigen Filler erzielen.

Neue Technologien brachten auch einphasische Filler voran; dies im Sinne dreidimensionaler Vernetzung. Als Endergebnis resultiert eine noch längere Haltbarkeitszeit.

Bei der Herstellung von Fillern wird besonders nach Verunreinigungen im Endprodukt kontrolliert. Wenn die Filler aus tierischen Proteinen hergestellt wurden, könnte es passieren, dass Reste von Eiweissmolekülen respektive Reste von Hühnereiern, Rinder- oder Schweineeiweisse nachweisbar sind. Dies kann zu allergischen Reaktionen führen. Weiterhin darf auch bei gentechnisch hergestellten Fillern aus Bakterien der Eiweissgehalt nur sehr gering oder nicht nachweisbar sein. Die Verunreinigung darf insgesamt den Wert von 0.05 E.U./mg nicht überschreiten.

Die Situation mit Hyaluronsäurefillern ändert sich ständig. Es kommen immer wieder neue Produkte auf den Markt, oft werden auch alte Produkte unter neuen Namen eingeführt oder kleine Veränderungen in der Fillerstruktur als ganz neue Entdeckung bzw. Neuheit präsentiert. Es wird auch für einen erfahrenen Arzt immer schwieriger, aus zahlreichen Werbebroschüren und Präsentationen die richtigen Produkte heraus zu suchen. Umso wichtiger ist die Erfahrung des Arztes, das Vertrauen des Arztes zu den bekannten und gut erprobten Produkten sowie die eigene Patientenerfahrung. Eine grosse Rolle spielt die Seriosität der Hersteller und der Verkäufer, unter anderem auch die vorhandene FDA-Zulassung

Ich stelle Ihnen nachfolgend die wichtigsten Hyaluronsäurefiller vor. Im Aufklärungsgespräch fragen Sie ihren behandelnden Arzt, welches Produkt er verwendet und weshalb er diese Wahl getroffen hat. Wir beraten Sie gerne in unseren Zentren, welches der vielen Produkte ihr ästhetisches Problem am ehesten lösen kann.

1996 kam der erste dermale Filler aus Hyaluronsäure auf den Markt unter dem Namen Hylaform® (Hylan B). Die Grundsubstanz dieses Fillers stammt aus Hühnerkämmen und wird noch heute unter dem Namen Hylaform® und Hylaform Plus® von der Fa. Collagen Corp. vertrieben. Damit haben wir langjährige Anwendungserfahrung. Dieser Filler besteht aus Hyaluronan (5.5 mg/ml) und Divinylsulfon DVS als Vernetzungsmittel.

Die Gelpartikel werden bis zu einem Durchmesser von 700 Mikrometer zerkleinert. Dies verbessert die Fliesseigenschaften und dadurch lässt es sich besser injizieren.

Es handelt sich in diesem Fall um einen biphasischen Filler, in welchem die grösseren Partikel in einer Masse von kleineren Partikeln schwimmen. Das verbessert die Haltbarkeit des FiIlers. Zu den Nachteilen dieses Produktes gehört eine Verwandtschaft zu Federproteinen. Als Konsequenz darauf dürfen Patienten mit Vogelfederallergien nicht damit behandelt werden.

MacDermol S®, ebenfalls aus tierischer Hyaluronsäure, wird hauptsächlich in Frankreich vertrieben.

Die Firma Q-Med AB (Schweden) brachte 1997 Restylane® in Amerika und in Europa auf den Markt. Diese Firma hatte eine ganz neue Technologie: NASHA- nicht tierische, stabilisierte Hyaluronsäure- entwickelt. Die von ihr entwickelten Produkte werden durch Fermentation aus Streptokokken gentechnologisch gewonnen. Es ist ein biphasisches Gel mit einer mittleren Teilchengrösse von 600 Mikrometer. 1.4-Butanediol Diglycidylether ermöglicht die Quervernetzung. Die Firma Q-Med behauptet, dass die Nebenwirkungsgefahr durch minimale Quervernetzung und geringe Veränderung der Hyaluronsäure vermindert wird. Der Volumeneffekt und die Augmentationswirkung sollen nach Angaben des Herstellers nur durch das Produkt erzielt werden und nicht durch oft begleitende Fremdkörperreaktionen. Nach der Injektion kommt es zu keinem Anschwellen der Substanz in der Haut. Zu den weiteren positiven Eigenschaften von Restylane gehört der langsame Abbau ohne Schrumpfung des Produktes, also es ist „isovolämisch“.

Diese Eigenschaft von hochmolekularer Hyaluronsäure beruht darauf, dass sie mit zunehmendem Abbau mehr Wasser aufnehmen kann (isovolemic degradation). Im Gegensatz zu anderen Fillern bleibe der ästhetische Volumeneffekt daher in der Abbauphase erhalten. Nach dem vollständigen Abbau von Restylane sei keine Fibrose nachweisbar. Wie alle quervernetzten Hyaluronsäurefiller wird das Produkt wird in 2 Schritten vom Körper zu Wasser und CO2 abgebaut. Der erste Abbauschritt dauert etwa 1 Jahr in der Haut an der Einstichstelle. Nachdem die Abbauprodukte aus der Haut in das Blut gelangen, werden sie im 2. Schritt innerhalb von Minuten in der Leber vollständig abgebaut (dieser Abbauweg läuft auch bei anderen, gut gereinigten und quervernetzten Produkten so ab). Die Konzentration und Partikelgrösse der Hyaluronsäure sind in den verschiedenen Restylane-Produkten streng definiert: Restylane mit 100 000 Partikeln pro ml (oder 20 mg/ml) ist geeignet für feine Linien und Falten. Restylane® Touch mit 500 000 Partikeln / ml wird für gegen sehr feine Falten gespritzt, und Restylane Perlane® (10 000 P/ml) wird für tiefere Applikation und gröbere Falten verwendet. Restylane Sub-Q ® ist am höchsten vernetzt, enthält 1000 P/ml und sollte nur relativ tief in die Unterhaut gespritzt werden. Die Partikelmenge erlaubt hier eine Aussage über den Grad der Vernetzung der Hyaluronsäure: je weniger Partikel, umso höher die Vernetzungsrate; je mehr Partikel, umso „dünnflüssiger“ der Filler, sodass sehr oberflächliche Injektionen in feine Falten möglich sind. Restylane Lipp® zur Lippenformung liegt in einer gut formbaren Gelstruktur vor.

Daneben wurde im 2001 der zweiphasische Filler Puragen® vorgestellt. Er besitzt eine mittlere Partikelgrösse von 250 Mikrometer. Dies sollte eigentlich zu einem rascheren Abbau als bei Restylane führen, jedoch wird dies durch eine doppelte chemische Vernetzung der Einzelmolekühle wettgemacht.

Im Jahre 2004 führte die Firma Merz, Firma Anteis SA Belotero Soft und Belotero Basic ® in den europäischen Markt ein. Diese Filler gehören zu der vierten Generation und sind monophasische Hyaluronsäurefiller. Den Firmen ist es gelungen, die Hyaluronsäurepartikel ohne Zerkleinerung gut fliessfähig zu machen. Als besonderes Merkmal dieser Produkte muss man die gute Verteilung im Gewebe betonen. Dadurch wird die strangförmige Verhärtung in der Haut, die bei vielen anderen Produkten oft zu betrachten ist, vermieden. Das aus Bakterien produzierte, doppelphasig vernetzte Produkt wird durch Biofermentation mittels CPM-Technologie (Cohesive Polydensified Matrix) hergestellt.

Teosyal ® von der Firma Teoxane Laborataories zeichnet sich durch eine sehr hohe Reinheit und ein dadurch bedingtes, reduziertes Nebenwirkungsprofil aus. Sie besitzen weniger als 5 yg/g der unerwünschten Proteinverunreinigungen sowie weniger als 0,02 EU/g Endotoxine. Es handelt sich um ein monophasisches Gel, das sehr hochelastisch ist. Die Konzentration der Hyaluronsäure entspricht 25 mg/g, was sehr hoch ist. Dies spiegelt sich in der verlängerten Haltbarkeit (bis zu 18 Monate) wieder (z. B. Teosyal Ultra Deep).

Prevelle ® und Puragen ® der Firma Mentor Corporation sind Hyaluronsäureprodukte mit unterschiedlichen Konzentrationen. Prevelle enthält 5 mg/g quervernetzte Hyaluronsäure, Puragen hingegen 20 mg/g. Den speziellen Herstellungsprozess bezeichnet man als DXL ™. Diese Art der Quervernetzung verlängert die Haltbarkeit gegenüber einfach vernetzten Präparaten, sodass der gewünschte faltenglättende Effekt bis 12 Monate anhält.

Beim Varioderm ® der Firma Adoderm Deutschland handelt es sich um einen besonders stark vernetzten, nicht-tierischen Hyaluronsäurefiller mit 70-80% Vernetzungsgrad. Die Hyaluronsäure-Konzentration liegt bei 6, 12, 18 oder 27 mg/ml zur Einbringung in unterschiedliche Tiefen der Haut. Die Haltbarkeit liegt bei 6-12 Monaten; es wird allerdings über eine anfangs leichtgradig erhöhte Schwellungsneigung an den behandelten Falten berichtet.

Die Firma Allergan bietet neben den Kollagenpräparaten Zyderm® und Zyplast®, Cosmoderm® und Cosmoplast® die Hyaluronsäurepräparate Juvederm® und HydraFill®. Die Produkte der Juvederm®- Gruppe haben die Zulassung der FDA /USA. Unter dem Namen Juvederm Ultra 2,3 und 4® wird ein besonders hoch gereinigtes, nicht-tierisches Hyaluronsäureprodukt mit Lidocainzusatz hergestellt. Der Filler zeichnet sich als besonders schmerzarm bei der Injektion, leicht injizierbar und dauerhaft (bis 12 Monate) aus. Sie beinhalten jeweils 24mg/ml vernetzte Hyaluronsäure biosynthetischen Ursprungs mit 0,3% Lidocain.

Unter dem Namen Hydrafill ® werden monophasische, quervernetzte, nicht-tierische Hyaluronsäure-Filler angeboten. Sie werden mittels einer Hyalcross ™genannten Technik hergestellt. Dadurch entsteht ein gut injizierbares, formbares, weiches Gel. Die verschiedenen Produkte der Hydrafill-Familie eignen sich für die Behandlung von Nasolabialfalten, Mundfalten, Wangenaufbau, Lippenverschönerung, wie für Narbenbehandlung und Volumenauffüllung.

Surgiderm ® von der Firma Corneal, Paris zeichnet sich als ein mittels Butandiodiglycidylether (BDDE) hochvernetzter Hyaluronsäure-Filler aus. Er ist dreidimensional vernetzt und wirkt als Gel besonders „dicht“. Dies bewirkt, dass die Hyaluronidase (Enzym) die Fillersubstanz langsamer abbauen kann, was die Haltbarkeit des Fillers deutlich steigern lässt. Es ist ein monophasisches Produkt, ohne freien Hyaluronsäurepartikel. Surgiderm 18 bleibt nach Angaben des Herstellers ca. 6 Monate im Gewebe enthalten, Surgiderm 30 XP hingegen bis zu 12 Monate.

Zu den weiteren Hyaluronsäure-Präparaten gehören z.B. Esthelis ® und Forthelis Extra ® (Fa. Antheis, Schweiz), Revanesse® und Revanesse Ultra® (Prollenium MT, Canada).

Kollagenfiller

Seit den 70er Jahren wird Kollagen für das Unterspritzen von Hautfalten und Narben eingesetzt. Mit zunehmendem Alter wird unsere Haut immer dünner und dementsprechend reduziert sich auch der Kollagengehalt. Durchschnittlich besteht unsere Haut bis zu 70% aus Kollagen.

Der erste Kollagenfiller wurde von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zur Faltenbehandlung und Verbesserung von Narben zugelassen. Dieser hiess Zyderm I®. Es war ein „xenogenes“ Material, d.h. eine Substanz, die aus tierischer Quelle stammte.

Zyderm I ist eine Mischung aus 3,5% Rinderkollagen (95% Typ I, 5% Typ II) in Kochsalzlösung mit 0,3% Lidocain. Mit Hilfe der Pepsinspaltung wird von dem Kollagen der Teil abgespalten, der für allergische Reaktionen zuständig ist.

Zyderm II® enthält das gleiche Kollagen in 6,5% Konzentration.

Zyplast® wurde 1985 zugelassen, enthält ein durch Glutaraldehyd quervernetztes Kollagen von 3,5%. Dieser scheint nebenwirkungsärmer zu sei als Zyderm.

Die oben genannten Kollagenfiller sollten ca. 4 Wochen vor einer Faltenbehandlung beim Patienten am Unterarm getestet werden. Bei fehlender Rötung, Juckreiz oder Schwellung an den Injektionsstellen (innerhalb von vier Wochen) kann mit der Behandlung gestartet werden. Die negativen Testreaktionen geben uns keine 100%ige Sicherheit bezüglich einer allergischen Reaktion, wobei schwere allergische Reaktionen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden können. Ein glättender Effekt bei der Behandlung von Falten mit Kollagenfillern bleibt etwa 6 Monate bis 1 Jahr lang, von Narben bis zu 2 Jahre lang bestehen. Sollten Entzündungen und Schwellungen trotz der allergolgischen Abklärung auftreten, können sie Wochen bis viele Monate anhalten, was jedoch selten ist.

Jahrelang wurden Kollagenfiller von Hautärzten und Schönheitschirurgen intensiv eingesetzt. Auf Grund der vorhandenen Allergiegefahr wurden sie jedoch in den letzten Jahren zunehmend von Hyaluronsäure-Fillern abgelöst. Trotzdem erzielen noch immer viele Ärzte sehr gute Augmentationsergebnisse mit Kollagenspritzen.

Die israelische Firma ColBar entwickelte im 2005 das Alternativpräparat Evolence ®. Dieser Filler basiert auf der Basis von Schweinekollagen. Experten bezeichnen dieses Präparat als ein neuer Schritt in der Entwicklung von Kollagenfillern. Das Schweinegewebe hat eine sehr grosse immunogene Ähnlichkeit mit dem menschlichen Gewebe. Implantate aus Schweinen werden seit Jahren in der Herzchirurgie (z. B. für Herzklappen) erfolgreich eingesetzt. Dadurch muss Evolence im Gegenteil zu Rinderkollagenen vor der Behandlung nicht allergologisch getestet werden. volence wird mit Hilfe der Glymatrix-Technologie quervernetzt, was die Haltbarkeit deutlich verlängert.

Durch Pepsin wird natives Kollagen zuerst gespalten, immunogene Anteile werden entfernt und monomere Kollagenfibrillen werden gebildet. Diese werden dann zu polymerem Kollagen verbunden und zu einer auf Zucker basierenden Kollagenmatrix quervernetzt. Untersuchungen zeigten, dass nach einem Jahr noch immer 80% des Volumeneffekts sichtbar war. Leider hat die Herstellerfirma Colbar im November 2009 die Produktion von Evolence eingestellt.

Filler aus menschlichem Gewebe

In den 90er Jahren entwickelte sich ein neues Konzept für dermale Filler. Um die Unverträglichkeitsreaktionen zu reduzieren, arbeiteten einige Firmen an der Herstellung von dermalen Fillern aus menschlichem Gewebe.

Dermalogen ® der Firma Collagenesis ist ein injizierbares Kollagen, welches vor allem intakte Kollagenfibrillen aus menschlicher Haut enthält. Die Firma hat eine Gewebebank aus menschlicher Leichenhaut aufgebaut. Um die Übertragung von Krankheiten auszuschliessen, wird das Kollagen aufwendig gereinigt und sterilisiert. Die hohen Kosten und die aufwändige Anwendung des Produktes bremsen die Verbreitung auf dem Markt.

Ein neues Konzept von Fillern aus menschlichem Gewebe wurde vom Hersteller von Isolagen ® entwickelt. Es ist ein dermaler Filler auf der Basis von patienteneigener Fibroblasten. Zu Beginn entnimmt der Arzt beim Patienten ein ca. 4 mm grosses Hautstück hinter dem Ohr. Dieses Gewebe wird an die Firma geschickt und dort werden daraus die notwendigen Mengen der Fibroblasten (eine Art von Hautzellen) gezüchtet. Fibroblasten sind wichtige Gewebszellen, die für die Wundheilung und den Gewebeaufbau zuständig sind. Dieser Prozess dauert ca. 2 Monate. Anschliessend werden die gezüchteten Fibroblasten in Spritzen an den Arzt retourniert. Jede Spritze enthält ca. 20 Millionen Fibroblasten. Der behandelnde Arzt implantiert diese gezüchteten Zellen in 2 – 4 Sitzungen in die vorgesehenen Stellen. Die jungen Zellen produzieren Kollagen und Elastin. Dieses Verfahren ist relativ teuer und aufwändig und wird heute nur in England von der Firma Isolagen angeboten.

Der nächste Vertreter dieser Gruppe ist Autologen ®. Dieses Produkt wird aus patienteneigenem Kollagen hergestellt. Vorab wird ein kleines Hautstück herausoperiert. Aus diesem werden dann Kollagene gezüchtet. Der Nachteil von diesem Produkt sind die höheren Kosten und der höhere Herstellungsaufwand, wobei die optimale Wirksamkeit nicht zu 100% garantiert werden kann. Zu den Vorteilen gehört die Nebenwirkungslosigkeit.

Aus den USA kennen wir CosmoDerm ® und CosmoPlast ® von der Firma Allergan/Marlow. Es handelt sich um hoch gereinigte Kollagene des Typs I und II.

In Europa vertreibt die schweizerische Firma Lucerne das Präparat Dermabiol ®. Dieses besteht aus 40% Rinderkollagen, 10% Polymethacrylat und 5% menschliche Embryoblasten. Es wird berichtet über eine Haltbarkeit von 2 Jahren, wobei unserer Meinung nach das Polymethacrylat dafür verantwortlich ist.

Zu den weiteren zur Zeit in Europa nicht erhältlichen Filler aus menschlichem Gewebe gehören FG-5017 ® der Firma FibroGen und Fascian ® der Firma Biosystems.

e-PTEE

Eine weitere Gruppe von Implantaten bilden die schlauchförmigen, weichen Substanzen, welche unter dem Namen Soft Form® bekannt sind. Diese eignen sich besonders gut für die Augmentation von tiefen Nasolabialfalten und den Aufbau voller Lippen. Sie bestehen aus e-PTEE (poly-tetra-fluor-Ethylen). Es handelt sich um die 2.4 und 3.2 mm dicke, hohle Fäden. Diese werden operativ unter die Haut platziert, in den Lippen oder in den Nasolabialfalten und ermöglichen so gute Augmentationsergebnisse für eine längere Zeit. Man muss die Patienten jedoch über die erhöhte Nebenwirkungsrate (Unverträglichkeiten, Infekte) gut aufklären.

Silikonimplantate

Die 60er und 70er Jahre sind bekannt für die breite Anwendung von Silikon in der Schönheitschirurgie. Vor allem wurden Gesichtsfalten und Brüste mit Silikon aufgefüllt. Auf Grund des ausgeprägten Nebenwirkungsprofils wurden anschliessend diese silikonhaltigen Substanzen aus dem amerikanischen Markt entzogen. In den letzten Jahren wurden hoch gereinigte Silikonpartikel entwickelt, was die erneute Einführung des Silikons in Implantaten angeregt hat. Im Gewebe werden Silikonpartikel mit einem Narbengewebe umschlossen und fixiert (Fibrosierung). Der Körper identifiziert diese Partikel aber relativ oft als Fremdkörper, was zu einer langfristigen Fremdkörperreaktion führen kann. Dies bedeutet eine örtliche Schwellung, Überwärmung, chronische Entzündung und natürlich chronische Infektionen von den umschlossenen Silikonpartikeln. Weiterhin entstehen harte Granulome (Verhärtungen).

In Amerika ist der Gebrauch von flüssigen Silikonen nach wie vor verboten. In Europa jedoch wurden in den letzten Jahren neue Silikonfiller auf den Markt gebracht. Diese bestehen aus medizinischem Silikon welches als Hauptsubstanz Polydi-methyl-Siloxane enthält. Diese Produkte haben eine garantierte Reinheit, Viskosität und Sterilität. Sie sind geruch- und farblos, ölig und wasserklar.

Laut Literatur beläuft sich die Granulombildung (Knötchenbildung) nach der Injektion auf eine Häufigkeit von 1 : 1000 – 1 : 10 000. Leichte Entzündungsreaktionen treten viel häufiger auf. Manche Kollegen sind von Silikon überzeugt und benutzen dieses oft zum Aufbau der Lippen. Technisch wird dieses tropfenweise in die Lippen gespritzt. Dafür benötigt der Fachmann mehrere Sitzungen.

Bioplastique ® von der Firma Uroplasty ist eine Kombination von Silikonpartikeln (100-600 ym), die in aufgelöst sind. Die Kollagenumhüllung der Silikonpartikel läuft innerhalb von 4 Wochen ab. Nach der Injektion kann es zu einer leichten Entzündungsreaktion kommen (geringgradige Fremdkörperreaktion). Das Polyvinylpyrrolidon löst sich innerhalb von einer Woche auf und wird über die Nieren ausgeschieden. Das Positive dabei ist, dass man dieses Implantat innerhalb von einer Woche noch formen kann.

Es ist sehr wichtig, die Injektion an den richtigen Stellen unter der Haut zu platzieren. Danach entstehen Mini-Granulome. Nach Ende der Kollagenabkapselung fühlt sich das Silikon an wie ein kleines Knörpelchen.

Der nächste Vertreter von Silikon-Implantaten ist Silikon 1000 ® von der Firma Alcon Laboratories Inc. Dieses Produkt wird in England, in den USA und in Skandinavien zur Weichteilaugmentation verwendet. Die Zulassung dieses Produktes erfolgte für bestimmte Augen-Operationen.

Im ästhetischen Bereich wird dieses Produkt off-label angewendet, das bedeutet ohne Zulassung für diese Art der Behandlung. Der Hauptbestandteil dieses Fillers ist längerkettiges, gereinigtes Siliconöl (Polydimethylsiloxane).
Wir verwenden keine silikonhaltigen Filler in unseren Zentren, da der heutige Markt über mehrere leichter verträgliche und nebenwirkungsärmere Implantate verfügt.

Semipermanente Filler

Diese Gruppe wird in Europa relativ oft verwendet. Die Präparate bestehen aus abbaubaren Bestandteilen und einzelnen Chemikalien. Semipermanente Filler werden langsamer abgebaut als Kollagen oder Hyaluronsäure. Der Hauptvertreter dieser Gruppe ist Sculptra ® von der Firma Sanofi-Aventis. Skulptra ® besteht aus Poly-Milchsäure. Die Grundsubstanz wird aus Zuckerrohr oder Getreide gewonnen. Die medizinische Verwendung von Poly-Michsäure ist 20 Jahre alt.

Bei Einhalten der Sicherheitsregeln und der korrekten Injektionstechnik ist das Nebenwirkungsprofil gering. Die Einspritzungen sollten tief in die Haut platziert werden. Bei oberflächlichen Injektionen kommt es des Öfteren zu Granulombildungen. Man darf keine grosse Menge von Sculptra ® an einer Stelle injizieren. Dies gilt aber auch für alle anderen Filler-Arten.

Der erwünschte Volumenaufbau wird hauptsächlich durch die entstandene Fremdkörperreaktion erreicht. Es kommt durch die Fremdkörperreaktion aber auch zu einer Anregung der eigenen Kolagenbildung.

Die Anwendung von Sculptra ® benötigt einige Sitzungen in einem Zeitraum von 6 – 8 Wochen. Nicht selten ist eine Nachbehandlung nach 6 Monaten nötig. Das endgültige Ergebnis kann dann über 2 Jahre hinaus anhalten.

Der Vorfahre von Sculptra ® war New-Fill ®. Bei den damals geltenden Anwendungsrichtlinien (oberflächliche Injektionen, höhere Konzentrationen, Anwendungen an den Lippen), kam es oft zu langanhaltenden und unangenehmen Granulomen. Die oben genannten Komplikationen treten durch die neuartigen Anwendungen und die geringeren Konzentrationen viel seltener auf.

In Europa ist Reviderm ® von der Firma Rofil stark verbreitet. Ebenso der Filler Matridex ® von der Firma Siershahn. Sie bestehen aus einer quervernetzter, synthetischer Hyaluronsäure und dem Dextran Sephadex. Die Matridex-Partikel sind mit 80-120 ym etwas grösser als diejenigen von Reviderm (mit 40-60 Mikrometer). Auf Grund der positiv geladenen Sephadexpartikel wird die eigene Kollagen- und Fibroblastenbildung angeregt und dementsprechend ein Langzeitergebnis aufgebaut. Es werden in der Regel 1 – 3 Injektionen im Abstand von 2 – 4 Wochen benötigt. Dabei entsteht ein anhaltendes Langzeitergebnis von 2 Jahren.

Ein Polyacrylamid-Gel ist der Hauptbestandteil der Präparate Beautical 2 ® und Beautical 5 ® von der Firma Rofill. Diese werden hauptsächlich für die Faltenbehandlung und den Lippenaufbau angewendet. Das Langzeitergebnis mit deutlichem Volumeneffekt beläuft sich auf 2 – 4 Jahren.

Der dermale Filler Laresse® von der Firma FzioMed. Inc besteht aus Carboxymethylcellulose und Polyethylenoxid. Er gehört zu den relativ neuen Fillern auf dem europäischen Markt. Es handelt sich um ein sehr weiches Gel ohne fühlbare Partikel. Zu den Besonderheiten dieses Fillers gehören die besonders natürlichen Ergebnisse. Hauptsächlich findet dieser Filler Anwendung bei Lachfalten, senkrechten Lippenfalten und Marionettenfalten.

Radiesse® von der Firma Bioform besteht aus Calciumhydroxylapatit (CaHA)-Partikeln in einem Polysaccharidgel. Der CaHA wird als Knochenersatz in der Kieferchirurgie seit langem regelmässig eingesetzt. Zum weiteren Anwendungsgebiet gehört die ästhetische Medizin mit grösseren Implantaten (in Fillerform).

Nach der Platzierung des Gel-Implantates werden die CaHA-Partikel am Ort der Injektion durch das polysaccharidhaltige Gel fixiert bis das Polysaccharid-Gel abgebaut ist. Anschliessend werden die CaHA-Partikel vom Kollagen und den FIbroblasten umhüllt und dadurch entsteht ein lang anhaltendes, ästhetisches Ergebnis mit einer Abbauzeit von über 2 Jahren. Dieses Präparat ist wegen des erhöhten Risikos von Granulombildungen für die Lippenanwendungen nicht geeignet.


Dr. (VAK Moskau) med. Vadym Volpov

Facharzt FMH Dermatologie & Venerologie, Phlebologie SGP,
ästhetische Chirurgie (A), Lasermedizin SGML